Betreiber einer Notbeleuchtung müssen bei zentralen Batterieanlagen täglich die Anzeigen kontrollieren, monatlich alle Leuchten im Notbetrieb prüfen und jährlich die volle Bemessungsbetriebsdauer testen – nach DIN EN 50172 und DIN VDE V 0108-100-1. Jede Prüfung und jeder Mangel wird im Prüfbuch dokumentiert. Zusätzlich sollten Sie vor Behördenprüfungen, nach Umbauten, bei einem Dienstleisterwechsel und mit Blick auf das Akkualter gezielt nachsehen.
Wofür ist diese Checkliste gedacht?
Diese Checkliste richtet sich an Betreiber, Facility Manager, Hausverwaltungen und Arbeitgeber, die für eine bestehende Sicherheitsbeleuchtung verantwortlich sind. Der Betreiber ist die Person oder Organisation, die rechtlich für den sicheren Betrieb der Anlage verantwortlich ist – auch wenn Prüfungen an Fachbetriebe vergeben werden. Die Pflichten im Detail erläutert der Beitrag Betreiberpflichten und Haftung, die Fristen im Einzelnen Prüffristen für Notbeleuchtung.
Welche Prüfungen für Ihr Gebäude verbindlich sind, hängt von Nutzung, Baugenehmigung und Brandschutzkonzept ab. Die folgenden Punkte beschreiben die übliche Praxis in Deutschland.
Wer – Was – Wann: die Übersicht
| Wer | Was | Wann |
|---|---|---|
| Unterwiesenes Personal | Anzeigen der Zentral- oder Gruppenbatterieanlage ablesen | täglich |
| Betreiber bzw. unterwiesene Person | Sichtkontrolle: Leuchten und Zeichen unbeschädigt, nicht verdeckt | laufend, z. B. bei Rundgängen |
| Elektrofachkraft oder unterwiesene Person | Funktionsprüfung aller Leuchten im Notbetrieb | monatlich |
| Elektrofachkraft | Prüfung der vollen Bemessungsbetriebsdauer | jährlich |
| Elektrofachkraft | Wiederkehrende Prüfung der elektrischen Anlage | nach Gefährdungsbeurteilung (z. B. DGUV Vorschrift 3) |
| Prüfsachverständige | Prüfung nach Landesrecht in Sonderbauten | vor Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen, häufig alle 3 Jahre |
| Betreiber | Auswertung der Protokolle, Mängelbeseitigung veranlassen | nach jeder Prüfung |
Täglich und laufend
- Bei Zentral- oder Gruppenbatterieanlagen: Betriebs- und Störungsanzeige ablesen und das Ergebnis festhalten.
- Status-LEDs von Einzelbatterieleuchten bei Rundgängen beachten; rote oder blinkende Anzeigen melden.
- Rettungszeichen auf Sichtbarkeit prüfen: keine Deko, Regale, Plakate oder offenen Türflügel davor.
- Rettungswege und Notausgänge frei halten, Ausgangstüren nicht verstellt.
- Beschädigte Gehäuse, lose Abdeckungen oder fehlende Piktogramme sofort melden.
Monatlich
- Ausfall der allgemeinen Stromversorgung simulieren oder Testfunktion auslösen.
- Kontrollieren, dass jede Sicherheitsleuchte und jede Rettungszeichenleuchte in den Notbetrieb schaltet.
- Anzeigen und Störungsmeldungen auf korrekte Funktion prüfen.
- Bei selbstprüfenden Leuchten: Testergebnisse in App, Zentrale oder an der Status-LED auslesen, statt jede Leuchte manuell zu testen.
- Ausgefallene Leuchten mit Nummer notieren und Instandsetzung beauftragen.
- Prüfung mit Datum, Ergebnis und Namen im Prüfbuch eintragen.
Jährlich
- Betriebsdauertest über die volle Bemessungsbetriebsdauer (z. B. 1 h oder 3 h) durchführen.
- Test in risikoarme Zeiten legen oder Leuchten abwechselnd in zwei Gruppen testen, weil die Akkus danach bis zu 24 Stunden zum Wiederaufladen brauchen.
- Leuchten, die die Dauer nicht erreichen, für Akkutausch vormerken.
- Leuchtenplan und Nummerierung mit dem Bestand abgleichen.
- Termine für Elektroprüfung und gegebenenfalls Sachverständigenprüfung kontrollieren.
Dokumentation: Was muss vorliegen?
- Prüfbuch mit allen Prüfungen, Ergebnissen, Mängeln und dem Datum ihrer Beseitigung (siehe Prüfbuch Notbeleuchtung).
- Anlagendokumentation: Grundrisse mit Leuchtenstandorten und Nummern, Systemart, Bemessungsbetriebsdauer, Stromkreise.
- Errichterbestätigung und Protokoll der Erstprüfung.
- Berichte der Elektro- und Sachverständigenprüfungen inklusive Nachweis der Mängelbeseitigung.
- Datenblätter und Bedienungsanleitungen der Leuchten und der Zentrale.
- Benennung der verantwortlichen Person im Haus mit Vertretung.
Ein digitales Prüfbuch erleichtert die lückenlose Dokumentation, sofern die Einträge nachvollziehbar und unveränderbar gespeichert sind. NOTLUX dokumentiert die Wartung zum Beispiel per App, die Selbsttestergebnisse der Leuchten lassen sich als Prüfprotokoll exportieren.
Vor einer Brandschau oder Sachverständigenprüfung
- Prüfbuch auf Vollständigkeit prüfen: Sind alle Monate und das letzte Jahr eingetragen?
- Offene Mängel aus früheren Prüfungen beseitigen und die Erledigung nachweisen.
- Eine eigene Funktionsprüfung kurz vor dem Termin durchführen.
- Rettungszeichen und Rettungswege begehen: frei, sichtbar, Pfeile richtig.
- Unterlagen griffbereit halten und den Zugang zu Zentrale, Technikräumen und schwer erreichbaren Leuchten sicherstellen.
Was die Behörde typischerweise sehen will, erläutert der Beitrag Brandschau und Sachverständigenprüfung.
Nach Umbauten oder Nutzungsänderungen
- Prüfen, ob sich Rettungswege, Ausgänge oder Raumaufteilung geändert haben.
- Pfeilrichtungen und Standorte der Rettungszeichen kontrollieren.
- Neue Hindernisse wie Trennwände, Regale oder Deckensegel erfassen.
- Klären, ob die neue Nutzung andere Anforderungen auslöst, etwa eine Antipanikbeleuchtung oder eine längere Betriebsdauer.
- Leuchtenplan, Berechnung und Flucht- und Rettungspläne aktualisieren.
- Bei wesentlichen Änderungen in Sonderbauten an die erneute Sachverständigenprüfung denken.
Beim Wechsel des Dienstleisters
- Vollständige Übergabe von Prüfbuch, Anlagendokumentation und letzten Prüfberichten verlangen.
- Offene Mängel und laufende Reparaturen schriftlich festhalten.
- Bei digitalen Prüfbüchern den Export der Daten sicherstellen.
- Zugangsdaten zu Zentrale, App oder Überwachungssoftware übergeben lassen.
- Den Termin der nächsten fälligen Prüfungen festlegen, damit keine Lücke entsteht.
Akkualter und Ersatzteile
- Einbaujahr der Akkus je Leuchte oder Gruppe erfassen.
- NiCd- und NiMH-Akkus werden häufig nach etwa vier bis fünf Jahren getauscht, LiFePO4-Akkus halten in der Regel länger; verbindlich ist das Datenblatt (mehr unter Akku der Notleuchte).
- Ergebnisse der jährlichen Dauertests über die Jahre vergleichen und Akkus gruppenweise tauschen, bevor sie ausfallen.
- Ersatzakkus, Leuchtmittel und Piktogramme des eingesetzten Typs vorhalten oder die Lieferbarkeit klären.
- Bei nicht mehr erhältlichen Ersatzteilen eine Modernisierung planen.
Praxistipp: Hängen Sie eine Kopie dieser Checkliste an den Ort, an dem das Prüfbuch liegt, und haken Sie die Punkte bei jeder Prüfung ab. So sieht auch eine Vertretung sofort, was zu tun ist.
Häufige Fragen
Was muss der Betreiber selbst prüfen?
Der Betreiber ist für die Einhaltung aller Prüfungen verantwortlich, auch wenn er sie vergibt. Selbst übernehmen kann unterwiesenes Personal in der Regel die tägliche Sichtkontrolle und, je nach Anlage, die monatliche Funktionsprüfung. Die jährliche Prüfung und elektrische Prüfungen gehören zu einer Elektrofachkraft.
Was passiert, wenn eine Leuchte bei der Prüfung ausfällt?
Die Leuchte wird mit ihrer Nummer im Prüfbuch vermerkt und zeitnah instand gesetzt. Bis zur Reparatur sollte geprüft werden, ob der betroffene Rettungsweg noch ausreichend beleuchtet ist. Die Mängelbeseitigung wird mit Datum dokumentiert.
Ersetzen selbstprüfende Leuchten die Checkliste?
Nein. Automatische Prüfsysteme nach DIN EN 62034 übernehmen die Funktions- und Dauertests, aber Sichtkontrolle, Auswertung, Mängelbeseitigung und Dokumentation bleiben Aufgabe des Betreibers.
Wie lange muss das Prüfbuch aufbewahrt werden?
Eine einheitliche Frist gibt es nicht; maßgeblich sind die für Ihr Gebäude geltenden Vorschriften und gegebenenfalls Vorgaben des Versicherers. Bewährt hat sich, mindestens den Zeitraum seit der vorletzten Sachverständigenprüfung lückenlos belegen zu können.
Was ist bei einer Nutzungsänderung zu beachten?
Eine neue Nutzung kann andere Anforderungen an Beleuchtungsstärke, Betriebsdauer oder Rettungswege auslösen. Prüfen Sie Baugenehmigung und Brandschutzkonzept und lassen Sie die Anlage gegebenenfalls fachlich bewerten und anpassen.
Notbeleuchtung ohne Sorgen.
Leuchten, Installation und Wartung aus einer Hand – jede Prüfung digital per App dokumentiert. Wir starten mit einer kostenlosen Vor-Ort-Aufnahme und DIN-konformer Planung.