Planung

Einzelbatterie vs. Zentralbatterie: Notbeleuchtung im Vergleich

8 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Redaktion NOTLUX · TRiALED GmbH
Kurz gesagt

Bei der Einzelbatterie hat jede Notleuchte ihren eigenen Akku, bei der Gruppen- und Zentralbatterie versorgt eine gemeinsame Batterieanlage nach DIN EN 50171 viele Leuchten über ein eigenes Leitungsnetz. Einzelbatteriesysteme sind schnell installiert und brauchen weder Batterieraum noch Funktionserhaltverkabelung; Zentralbatterieanlagen bieten zentrale Überwachung und Wartung, verursachen aber höheren Installations- und Bauaufwand. Für kleine bis mittlere Gebäude und Bestandsanlagen ist die Einzelbatterie häufig wirtschaftlicher, für große Gebäude mit vielen Leuchten kann die Zentralbatterie Vorteile haben.

Welche Versorgungssysteme gibt es?

Jede Sicherheitsbeleuchtung braucht eine Stromquelle, die unabhängig von der allgemeinen Stromversorgung arbeitet. Dafür gibt es drei Grundprinzipien:

  • Einzelbatteriesystem: Eine Einzelbatterieleuchte ist eine Notleuchte mit eingebautem Akku, Ladegerät und Umschalteinrichtung. Die Anforderungen an solche Leuchten regelt DIN EN 60598-2-22.
  • Gruppenbatteriesystem: Eine Gruppenbatterieanlage ist eine zentrale Stromversorgung mit begrenzter Leistung, die eine überschaubare Zahl von Leuchten versorgt. In DIN EN 50171 wird sie als LPS (Low Power Supply System) bezeichnet.
  • Zentralbatteriesystem: Eine Zentralbatterieanlage ist eine zentrale Stromversorgung ohne diese Leistungsbegrenzung, die alle Sicherheitsleuchten eines Gebäudes oder großer Gebäudeteile versorgt. DIN EN 50171 bezeichnet sie als CPS (Central Power Supply System).

Unabhängig vom System gelten dieselben lichttechnischen Anforderungen nach DIN EN 1838 und dieselben Prüfpflichten nach DIN EN 50172 und DIN VDE V 0108-100-1. Das System entscheidet also nicht darüber, ob die Anforderungen erfüllt werden, sondern wie. Einen Überblick über die Normen gibt der Artikel Normen für Notbeleuchtung.

Wie unterscheiden sich die Systeme im Detail?

KriteriumEinzelbatterieGruppenbatterie (LPS)Zentralbatterie (CPS)
Installationsaufwandgering, Anschluss an die allgemeine Versorgungmittelhoch
Verkabelungkeine eigene Sicherheitsstromverteilungeigenes Leitungsnetz, Anforderungen je nach Aufstellort und Gebäudeeigenes Leitungsnetz, in der Regel mit Funktionserhalt
RaumbedarfkeinerGehäuse/Schrank, Aufstellort mit AnforderungenBatterieraum bzw. elektrischer Betriebsraum, Lüftung
Wartungdezentral an jeder Leuchte, Akkutausch je Leuchtezentral an der Anlagezentral an der Anlage
ÜberwachungStatus-LED, Selbsttest, ggf. App oder Buszentral, oft mit Einzelleuchtenüberwachungzentral, oft mit Einzelleuchtenüberwachung und Gebäudeleittechnik
AusfallrisikoAusfall betrifft eine LeuchteAusfall betrifft eine GruppeAusfall betrifft viele Leuchten, Redundanz über Kreise und Planung
SkalierbarkeitLeuchten einzeln ergänzbarbegrenzt durch Leistungsgrenzehoch, Erweiterung erfordert Leitungsnetz
Typischer EinsatzBüros, Praxen, Handel, Gastronomie, Bestand, Nachrüstungmittlere Gebäude, abgegrenzte Bereichegroße Gebäude, Sonderbauten mit vielen Leuchten

Die Tabelle beschreibt typische Eigenschaften. Welche Ausführung im Einzelfall zulässig ist, ergibt sich aus Baugenehmigung, Brandschutzkonzept und den anerkannten Regeln der Technik.

Welche Anforderungen gelten an Leitungen und Räume?

Hier liegt der größte praktische Unterschied. Bei der Einzelbatterie sitzt die Energiequelle direkt in der Leuchte. Die Leitung dorthin muss im Notfall keinen Strom liefern; fällt sie durch einen Brand aus, schaltet die Leuchte auf ihren Akku um.

Bei Gruppen- und Zentralbatterien ist es umgekehrt: Die Leitungen von der Anlage zu den Leuchten müssen im Brandfall eine bestimmte Zeit weiter funktionieren. In Deutschland regelt das die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) in der jeweils von den Ländern eingeführten Fassung. Für Sicherheitsbeleuchtung wird darin in der Regel ein Funktionserhalt von 30 Minuten gefordert, umgesetzt etwa mit Kabelanlagen der Klasse E30. Je nach Leitungsführung, Brandabschnitten und Landesrecht gibt es Erleichterungen und Abweichungen; maßgeblich sind die Vorgaben des Brandschutzkonzepts.

Hinzu kommt der Aufstellort der Batterieanlage. Zentralbatterien stehen in der Regel in einem eigenen elektrischen Betriebsraum, der nach den bauaufsichtlichen Vorgaben der Länder (Muster-EltBauVO bzw. Landesverordnungen) baulich abgetrennt und ausreichend belüftet sein muss. Auch Gruppenbatterien unterliegen Anforderungen an den Aufstellort. Diese baulichen Folgekosten werden bei einem reinen Gerätevergleich oft übersehen.

Wie sieht es mit Wartung und Überwachung aus?

Bei der Zentralbatterie konzentriert sich die Wartung auf einen Ort: Batterie, Ladegerät und Überwachungseinrichtung stehen zusammen. Moderne Anlagen überwachen jede angeschlossene Leuchte und zeigen Störungen zentral an. Dafür sind bei zentralen Anlagen nach DIN EN 50172 und DIN VDE V 0108-100-1 zusätzlich tägliche Sichtprüfungen der Anzeigen vorgesehen.

Bei der Einzelbatterie verteilt sich der Aufwand auf viele Geräte. Früher bedeutete das: jede Leuchte einzeln testen, jeden Akku einzeln tauschen. Mit automatischen Prüfsystemen nach DIN EN 62034 hat sich das deutlich verändert. Selbstprüfende Leuchten führen Funktions- und Betriebsdauertests selbst durch und melden das Ergebnis per Status-LED, Bus oder App. Wie das funktioniert, beschreibt der Artikel Selbsttest bei Notleuchten. Langlebige Akkus wie LiFePO4 verlängern zudem die Tauschintervalle, siehe Akku der Notleuchte.

Praxistipp: Vergleichen Sie Systeme nicht nur über den Gerätepreis, sondern über die gesamte Nutzungsdauer: Leitungsnetz und Funktionserhalt, Batterieraum, Prüfaufwand, Akkutausch und Dokumentation. Erst diese Gesamtbetrachtung zeigt, welches System für Ihr Gebäude wirtschaftlich ist.

Welches System passt zu welchem Gebäude?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Als Orientierung helfen diese Fragen:

  • Wie viele Leuchten werden benötigt? Bei wenigen bis einigen Dutzend Leuchten ist die Einzelbatterie meist im Vorteil. Bei sehr vielen Leuchten kann sich der zentrale Aufwand eher amortisieren.
  • Neubau oder Bestand? Im Bestand ist eine nachträgliche Funktionserhaltverkabelung oft aufwendig und teuer. Einzelbatterieleuchten nutzen die vorhandene Versorgung.
  • Gibt es Platz für einen Batterieraum? Fehlt er, scheidet die Zentralbatterie praktisch aus oder verursacht Umbaukosten.
  • Wie ändert sich die Nutzung? Bei häufigen Umbauten, Mieterwechseln oder Erweiterungen lassen sich Einzelbatterieleuchten flexibler ergänzen.
  • Was fordern Baugenehmigung und Brandschutzkonzept? In manchen Sonderbauten gibt das Brandschutzkonzept konkrete Vorgaben, die die Wahl einschränken.
  • Welche Umgebungsbedingungen herrschen? Sehr hohe oder sehr niedrige Temperaturen belasten Akkus in Leuchten stärker als eine Batterie in einem temperierten Raum.

Für viele gewerbliche Gebäude – Büros, Praxen, Ladenflächen, Gastronomie, Lager und Werkstätten – sind moderne Einzelbatterieleuchten mit Selbsttest heute eine wirtschaftliche Lösung. Bei Modernisierungen bietet sich die Einzelbatterie besonders an, siehe Notbeleuchtung modernisieren.

Wie setzt NOTLUX das um?

Die Leuchten der NOTLUX Serie 19 sind Einzelbatterieleuchten mit integriertem LiFePO4-Akku, automatischen Selbsttests nach EN 50172 und EN 62034 sowie Bluetooth-Anbindung für das digitale Prüfbuch. Für bestehende LED-Armaturen gibt es zusätzlich Notstromtreiber, die eine vorhandene Leuchte zur Notleuchte machen. Welches System für Ihr Gebäude passt, klärt eine Bestandsaufnahme vor Ort.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Einzelbatterie und Zentralbatterie?

Bei der Einzelbatterie hat jede Notleuchte einen eigenen Akku und schaltet bei Netzausfall selbst um. Bei der Zentralbatterie versorgt eine gemeinsame Batterieanlage nach DIN EN 50171 alle angeschlossenen Leuchten über ein eigenes Leitungsnetz.

Braucht eine Einzelbatterieanlage Funktionserhalt?

Für die Leuchte selbst nicht, weil die Energiequelle in der Leuchte sitzt. Fällt die Zuleitung aus, schaltet die Leuchte auf ihren Akku um. Funktionserhalt nach MLAR betrifft in erster Linie Leitungen, über die eine zentrale Anlage die Leuchten im Notfall versorgt.

Was ist eine Gruppenbatterieanlage?

Eine Gruppenbatterieanlage ist eine zentrale Stromversorgung mit begrenzter Leistung (LPS nach DIN EN 50171), die eine begrenzte Zahl von Leuchten versorgt. Sie liegt zwischen Einzel- und Zentralbatterie und wird zum Beispiel für abgegrenzte Gebäudeteile eingesetzt.

Ist eine Zentralbatterie sicherer als Einzelbatterien?

Nicht grundsätzlich. Beide Systeme erfüllen bei korrekter Planung, Installation und Prüfung dieselben Anforderungen. Bei der Zentralbatterie konzentriert sich das Ausfallrisiko an einer Stelle, bei der Einzelbatterie betrifft ein Ausfall nur eine Leuchte.

Welches System ist günstiger?

Das hängt vom Gebäude ab. Einzelbatteriesysteme sparen Leitungsnetz, Funktionserhalt und Batterieraum, Zentralbatterien sparen dezentrale Wartung bei sehr vielen Leuchten. Belastbar ist nur ein Vergleich über die gesamte Nutzungsdauer, siehe Kosten der Notbeleuchtung.

Redaktion NOTLUX · TRiALED GmbHFachredaktion für Not- und Sicherheitsbeleuchtung
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